#25 – Elektro-Rohinstallation

Nachdem in absolut letzter Minute keine Einigung zwischen dem Elektriker der EKB und mir zustande kam, began die krasseste Woche der wohl gesamten Bauzeit für mich.

Kennt ihr die typischen Reality-TV Formate (vornehmlich auf DMX), in denen ein Auto getunt oder ein Motorard aufgebaut werden soll und immer unter einem fiktiven Zeitstress nach dem gleichen Schema, der die Dramatik in die Folge bringen soll: In einer Woche ist die große XY-Ausstellung, auf der das Auto/Bike gezeigt werden muss…sonst war alles umsonst. Während der Folge geht das so einiges schief und ständig droht das Projekt zu scheitern.
Willkommen im Projekt Elektro-Rohinstallation innerhalb von 7 Tagen, da am kommenden Montag der Innenputzer starten MUSS, sonst ist er für die nächsten zwei Monate auf einer Großbaustelle….
Wie es überhaupt dazu gekommen ist, könnt ihr hier nachlesen.

Tag 1 (Montag): Nachdem ich mir kurzerhand Urlaub genommen und ein, zwei Hilferufe per Whats App abgesondert hatte, fand ich mich morgens früh mit meiner Elektroplanung auf der Baustelle wieder und zeichnete die ersten Lichtschalter und Steckdosen an. Keine zwei Stunden später waren wir schon zu fünft und die ersten Dosen gesenkt.
Gücklicherweise hatte ich ja bereits damit gerechnet die Schlitze und Unterputzdosen im Keller und in der Garage selbst ausführen zu müssen, da im Festpreis der EKB nur Aufputzinstallationen vorgesehen waren, und mir deswegen vorab eine gebrauchte Hilti TE-30M (Bohrhammer) und eine Bosch GNF 35CA (Mauernutfräse) gekauft. Was ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht hatte war das Wissen, wie eine Elektroinstallation fachgerecht ausgeführt wird und so war klar, ich brauche einen Elektriker, der uns zumindest erstmal beratend zur Seite steht, aber später auch den Zählerschrank installiert und die Abnahme durchführt.
Fündig geworden bin ich in einer großen Facebook Gruppe für Hausautomatisierung, in der ich Tags zuvor zur Verifizierung des Angebotes des Elektriker die Frage stellte, wie nach aktuellem Regelwerk die Räume aus der HV angefahren werden. Eine Elektrikerin, die an dieser Diskussion rege teilnahm und den anderen Teilnehmern Auszüge aus der VDE Bibel um die Ohren haute, gefiel mir dabei besonders gut. Als ihr Facebook-Profil mir dann auch noch zeigte, dass Sie keine 30 km weit weg wohnt, schrieb ich sie an und erklärte ihr mein Problem. Das Ergebis: Eine Verabredung für morgen 18 Uhr und zwei Pflichtlektüren bevor der morgige Tag beginnt: Installationszonen & zulässige Schlitze und Aussparungen in tragenden Wänden gemäß DIN 1053-1!

Lessons Learnt: Striche des Markierungskreuz länger ziehen, damit man beim Eingipsen der Unterputzdosen einen besseren Anhaltspunkt für die Zentrierung hat.
Der erste und letzte Versuch ohne Gehörschutz und Staubmaske…

Tag 2 (Dienstag): Während inhaltlich der zweite Tag dem ersten ähnelte, kam das Highlight um 18 Uhr. Die Elektrikerin brachte ihren Partner (ebenfalls Elektriker und KNX Systemintegrator) mit und stellte sich meinen Fragen. Schnell hatten wir geklärt, dass es auf die Installationsart Leerrohre und Einzeladern hinaus laufen würde und so gingen wir Raum für Raum ab, um alle Details meiner Elektroplanung durchzusprechen. Wie gut ich dieses Beratungsgespräch fand, kann ich gar nicht in Worte fassen. Ein wesentlicher Bestandteil dabei waren die Themen Installationszonen, aber auch zulässige Tiefe und Richtung der Schlitze. Abschließend ging es noch um das jetzt zu beschaffende Material.

Tag 3 (Mittwoch): Nachdem die erste Ladung Material, vornehmlich Leerrohre, Klappmuffen und Unterputzdosen, im Wohnzimmer gelagert wurden, zeichnete ich die Installationszonen auf den Boden und installierte bereits die ersten Leerrohre in den Wänden. Auch wenn die Tage lang waren zeichnete sich bereits schon heute ab, dass wir zumindest das OG bis zum Anrücken der Putzertruppe fertig bekommen würden. Fertig in dem Sinne bedeutete, dass alle Unterputzdosen eingegibst und mit Leerrohren verbunden sein mussten. Das Einziehen der Kabel wollten wir dann in aller Ruhe machen, nachdem der Putzer seine Arbeit abgeschlossen hat, jedoch bevor der Estrichleger kommen sollte.

Tag 4 (Donnerstag): Kaum zu glauben, aber der erste Raum ist fertig. Im rechten Kinderzimmer sind alle Leerrohre fein säuberlich auf dem Boden befestigt und bis in die HV geführt. Erstmal hängt alles nur lieblos im Installationsschacht, aber die Leerrohre sollen später auf den bereits installierten C-Profil Schienen mittels spezieller Schellen ordentlich gebündelt werden.
In der Zwischenzeit sind auch die Winkhaus Reed-Kontakte angekommen und werden von meinem Vater in den Fensterlaibungen montiert.

Tag 5 (Freitag): So spielt das Leben, plötzlich steht die Putzertruppe in der Tür und fragt, ob Sie heute schon anfangen können. Da sie eh erstmal Vorbereitungen zu treffen haben und wir gut vorangekommen sind, stimmen wir dem zu.
Nachdem wir das OG mittlerweile abgeschlossen haben, steht das Wohnzimmer und die Küche kurz vor der fertigstellung. Der Boden füllt sich auch hier langsam mit hoffentlich ausreichend genug geschwungenen Leerrohren. Im OG ist der Putzer bereits die Wände am Grundieren.